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Layla Hendryx

Layla Hendryx

Layla Hnedryx

In Ottawa aufgewachsen wusste die somalisch-djibutische Rapperin Layla Hendryx schon mit zwölf Jahren, dass sie Musikerin werden will. Alles begann mit ersten Schreibversuchen und der Gründung der Rap-Gruppe ADX-1995 zusammen mit ihren Schulfreund*innen. Auch wenn ADX-1995 leider nicht lange als Kollektiv bestand, blieb Layla der Liebe zur Musik treu und fokussierte sich weiterhin darauf eigene Texte auf Beats zu rappen. Ihre Debüt-Single „Throwback N Leanin“, sowie die Debüt-EP „X-Files“ veröffentlichte sie 2014 und verschaffte der Hörerschaft einen ersten Einblick in ihr immenses Rap- und Sing-Talent. Das Soundbild war geprägt durch die Synergie von HipHop- und R&B-Elementen, die Layla Hendryx ineinanderfließen lässt und auf melancholischen Trap-Beats geschmeidig ausgießt. Retrospektiv betrachtet Layla ihre erste EP im Interview mit Vice.com jedoch kritisch und weiß, dass „X-Files“ erst der Beginn ihrer Reise zu einem eigenen Sound war: „Ehrlich gesagt waren diese vier Titel cool, aber die Sounds dort sind von den Menschen um mich herum inspiriert. […] nachdem ich dieses Projekt veröffentlicht hatte, habe ich gelernt, dass ich nicht sehr selbstsicher war, auch wenn ich das damals dachte – und das konnte ich in der Musik hören. Also konzentrierte ich mich noch mehr auf meinen eigenen Sound.“

Laylas Leidenschaft für die Musik blieb von ihrer Familie und der somalischen Gemeinde der Heimatstadt nicht unentdeckt und nicht jede*r konnte den Weg der jungen Rapperin anfangs nachvollziehen. Doch Layla ließ sich von ihrem Ziel nicht abringen und gab den Glauben an sich selbst, ihr Talent und ihre Musik nie auf. Die harte Arbeit, hat sich für Layla schon jetzt in ihrer jungen Rap-Karriere ausgezahlt. Nach zwei weiteren EPs – „Channel 6“ (2015) und „Preepaid“ (2017) –  mit bassreichen, melodischen Trap-Tracks wie „Dirty Dancer“, „Ride Out“ und „B.T.W“ wird die junge Rapperin von nationalen und internationalen Medien wie OVO Sound Radio, Complex Music und MTV News gefeiert und gespielt. Eine weiche, zarte Stimme, eine Messerspitze Autotune, eine große Portion drückender Trap-Beats, sowie Lyrics über Lebenserfahrungen, Beziehungen, Kultur und den eigenen Weg, sind Laylas perfektes Rezept um ein Soundbild mit Wiedererkennungswert zu erschaffen.

Nach den ersten beiden EPs und der Veröffentlichung weiterer eingängiger Singles wie „Dripped Out Freestyle“ (2019), meldet sich Layla im Juni 2020 mit einem weiteren Ohrwurm zurück. Mit „Tired of Ballin” (feat. Jmak Beatz) trifft sie, unangestrengt und smooth geflowt, den Puls der Zeit. Der Song rutscht sofort in die Spotify-Playlist „New Music Friday Canada” und „Northern Bars“. Ob wir uns dieses Jahr noch auf ein Album freuen dürfen, ist unklar, doch die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.

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Für die Zukunft wünscht Layla sich, dass sie anderen Mädchen* und Frauen* mit ihrem musikalischen Werdegang ein Vorbild sein kann: „Ich möchte, dass ein kleines somalisches Mädchen zu mir aufschaut und daran glaubt, dass sie in der Musik eine Chance hat, weil ich diese nicht wirklich hatte. Ich meine, ich möchte nicht als die Stimme meiner Gemeinschaft gesehen werden, aber niemand aus meiner Kultur geht wirklich hinaus und ebnet den Weg, ich möchte, dass die Menschen das Gefühl bekommen, dass sie sich nicht an die Regeln halten müssen, sondern ihren eigenen Weg gehen können.“ (Vice.com) – Von dieser jungen, starken Rapperin wünschen wir uns definitiv mehr Musik und hoffen, ihr empowerndes Selbstvertrauen wird durch ihre Geschichte und Musik weitergegeben und zum Antrieb vieler junger Künstler*innen.

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