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Myra

Myra

Was passiert, wenn man Imogen Heap mit ordentlich 90s Flair und einer saftigen Portion norwegischem Rap und Female- und BIPOC-Empowerment mischt? MYRA! Die Rapperin und Songwriterin aus Sandviken ist seit 2016 in der skandinavischen HipHop-Landschaft zu finden und eine wahre Bereicherung für ebenjene. In ihrer Musik erzählt sie – im Dialekt ihrer derzeitigen Heimat Bergen – Geschichten aus ihrem Leben. Die sind, anders als es Singles wie „Stylist“ und „Ekstremsport“ vermuten lassen, nicht immer leichte Kost. So verarbeitet sie in ihren Songs zum Beispiel ihre Flucht vor dem Bürgerkrieg in Sierra Leone mit ihrer Familie im Alter von nur vier Jahren. Ihre ersten Steps als MC verdankt sie keiner geringeren als Nicki Minaj – das selbstbewusste Auftreten und die Skills der Rapperin nahm sich Myra zum Vorbild und begann alsbald, erste Songs zu schreiben. Eine unterschwellige Reminiszenz an ihr US-amerikanisches Vorbild tätigte sie mit ihrer Single „Føler meg selv“ – was auf Englisch so viel wie, klar, „Feeling myself“ bedeutet. Musikalisch hält Myra nicht viel von Schubladen: In ihren Tracks kombiniert sie Alternative Rap mit R&B und experimentellen Global Pop-Elementen. Da klingt kein Song wie ein anderer, und dennoch strotzen sie alle nur so von Myras Confidence und Stärke. Selbstverständlich wird sie als wichtige Hoffnungsträgerin für die norwegische HipHop-Szene gehandelt, wo weibliche* MCs nach wie vor kaum Aufmerksamkeit genießen. Mehr noch: Myra könnte – dank ihrem sehr eigenen Style und ihren deepen Inhalten – eine derjenigen Artists sein, die die sonst international kaum beachtete Musik aus Norwegen auch auf ein internationales Radar bringt. Außerdem dürfte sie mit ihren Messages ein wichtiges Vorbild für andere junge Frauen* sein, die auf der Suche nach ihrem Platz in dieser Welt sind.

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