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Queen Key

Queen Key

Queen Key

Wie kaum eine andere verkörpert sie den Feminismus im Rap. Oft versuchen weibliche MCs das Bild von Frauen in ihren Texten zu entsexualisieren. Queen Key wählt einen anderen Ansatz. Laut und stolz spricht sie über Sex und Lust und parodiert somit typische Texte ihrer männlichen Kollegen. Aus „suck my dick” macht sie „eat my pussy” und benennt so auch direkt ihr erstes Album. Ihr humorvoller Ansatz verschafft ihr viel Aufmerksamkeit, sodass ihre EP sogar in mehreren Jahresend-Listen erscheint. Innerhalb von drei Jahren veröffentlicht die junge Rapperin ganze fünf Alben und beweist, dass sie ihr Rezept zum Erfolg gefunden hat.

Die Geschichte des HipHop zeigt ganz klar, dass das Genre seit seiner Geburt im Jahr 1973 von Männern dominiert wird. Doch mittlerweile weht ein frischer Wind: Immer mehr weibliche Rapperinnen* zeigen ihr Können und überzeugen mit starkem Auftreten und selbstbewussten Lines. Von Queen Latifah und Lil‘ Kim bis hin zu Cardi B, Missy Elliott und Nicki Minaj – diese Liste könnte ewig weitergehen. Immer wieder tauchen neue Frauen auf den HipHop-Bühnen auf, so auch Rapperin Queen Key in 2016.

Geboren als Ke’Asha McClure im Juni 1996 in Chicago, Illinois, begann Queen Key bereits im Alter von sechs Jahren an zu rappen. Zusammen mit ihrem Bruder nahm sie damals ihr erstes Mixtape auf, nur mit Hilfe eines Kassettendecks, Aufnahmen aus dem Radio und einem Keyboard. Von da an rappte sie unter dem Pseudonym Baby Niko: „Meine Mama hatte eine Freundin namens Miko. Sie hatte keine Kinder, und sie hatte eine krasse Sonnenbrille. Ich glaube, ich dachte am Ende, ihr Name sei Niko”, beschreibt sie schmunzelnd im Interview mit Fader. Rap-Texte einer Siebenjährigen kann man sich kaum vorstellen. Umso überraschter war ich, als ich folgende Takte eines ihrer Raps von damals las: 

Baby Niko once again
I’m nine years old and I lose control
Every time that I be rapping
All y’all know that I be snapping
Ain’t got time for no hatin’
At least a little bit of appreciatin’ and congratulatin’
Hold up, wait a minute, y’all done crossed the line
Because I done told y’all about a million times
If you can get on my level, which is really high
You better run away at least try to fly
Because I can lose control
Like I said about ten seconds ago.“

Lyrics eines Textes, Queen Key im Interview mit Complex

Während ihrer Highschool-Zeit änderte sie ihren Namen in Queen Key. Anschließend fing sie an, ihre Musik ernster zu nehmen. Sie veröffentlichte zwei Mixtapes: „Your Highness” und „Beauty in a Beast”. Ihren Durchbruch erlangte sie 2016 mit der Single „Baked as a Pie” – einer Kiffer-Hymne, die als ihr Debüt unter neuem Namen gilt. 2018 launchte ihr Projekt „Eat My Pussy” – die erste EP bestand aus sieben Songs voller frecher und anzüglicher Texte und half ihr, die Rap-Welt im Sturm zu erobern.

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In den Jahren darauf brachte sie mehrere Alben heraus. Als erstes folgte 2019 die Fortsetzung ihres Projekts unter dem Namen „Eat My Pussy Again”. 2021 überraschte sie ihre Fans mit gleich drei weiteren Alben: „Your Highness”, „Your Highness 2” und „Your Highness 3”. Ihr wichtigstes Merkmal ist und bleibt ihr Humor: Sogar bei ihren eigenen Pointen kann sie sich nicht zurückhalten: „I’ll be doing my ad libs and just end up laughing like a motherfucker. Because when I’m recording, half the time I don’t even realize what I say is that funny — but when I hear that shit back, I’m dead!”

Dass sich Queen Key für Feminismus und Frauenrechte einsetzt, zeigt sich nicht nur in der Musik. Ihre Visionen verwirklicht sie sich nämlich mit ihrem „Queen Camp”, einer Non-Profit-Organisation, die sie gegründet hat, um einer neuen Generation von Frauen Selbstvertrauen zu vermitteln. In einem Interview erzählt sie von Programmaktivitäten wie dem Entwerfen von Vision Boards, Ausflügen ins Studio oder gemeinsamen Mahlzeiten. „Das Queen Camp ist eine Gruppe von Mädchen, die ich auswähle, und wir verbringen einfach einen Tag damit, uns gegenseitig und uns selbst kennenzulernen – um zu wissen, dass wir Queens sind“, erklärt die Rapperin stolz. Selbstvertrauen steht bei ihr an erster Stelle – das will sie auch ihren Fans vermitteln. Dabei geht sie ihnen als starkes Vorbild voran: „Sie sollen nur wissen, dass Queen Key hier ist, und ich habe keine Angst. Ich bin die Beste. Scheiße, ich bin eine Queen.”

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