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Swervy

Swervy

Obwohl die Ursprünge des Korean-HipHop bereits in den 80er Jahren liegen, ist es vermutlich dem K-Pop geschuldet, dass Rap in Korea immer mehr Einzug in den Mainstream hält. In dem international erfolgreichen Pop-Phänomen nehmen Rapper:innen zunehmend eine Schlüsselrolle ein und verhelfen so dem klassischen HipHop in Südkorea zu neuer Popularität. Wenig überraschend ist auch K-HipHop männlich dominiert – wenngleich immer mehr Frauen* selbstbewusst ins Game steppen.

So auch Swervy, eine 20-jährige Künstlerin, die seit mehr als sieben Jahren rappt und bereits in ihren jungen Jahren einige Superlative erreicht hat. Sie nimmt 2018 als einziger weiblicher Artist an der südkoreanischen Rap-Talentshow „Show me the money“ teil. Zwar in eine der ersten Runden ausgeschieden, kann Swervy nach der Show einen Plattenvertrag bei dem Independent Label „Hi-Lite-Records“ abstauben – als erste Frau in der Geschichte des Labels!

Den Wettbewerb beschreibt Swervy als nicht unproblematisch, mitunter toxisch, und auch sonst zeichnen Brüche ihre junge Biographie. Als Kind zieht sie nach Russland. Dort wächst ihr Wunsch Musikerin zu werden. Infolgedessen bricht sie die Schule ab und will zurück nach Südkorea, was zu harten Konflikten mit ihrer Mutter führt. Doch Swervy setzt sich durch – macht ihren Schulabschluss online und veröffentlicht das Minialbum „Bunny Bullet“.

„I do whatever I feel like so I guess independence and freedom of speech,“

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via http://www.koreanfemalerapperdaily.com/2017/06/swervy-exclusive-interview-khiphop.html

so beschreibt die junge Rapperin ihren Stil. Fast alle Texte des 2020 erscheinenden Albums „Undercover Angel“ sind von ihr geschrieben und bewegen sich ganz in der Linie von zeitgenössischem Rap, also irgendwo zwischen autobiographischem Erzählen und der glitzernden Welt von Marken und Designer:innen. Und das kommt an: für den Song „Mama Lisa“ erhielt Swervy bei den Korean Music Awards 2021 die Auszeichnung als bester Rap- und HipHop-Song.

Zu Beginn ihrer Karriere wusste Swervy noch nicht genau, wohin es stilistisch gehen soll. Rock oder HipHop? Was sich letztlich durchgesetzt hat, ist offensichtlich, wenngleich die frühen musikalischen Einflüsse merklich spürbar sind. Ein smoother Reggae-Track eröffnet das Album, in dessen Folge Trap mit Punk und Punk mit Pop zu einem buchstäblich bunten Mix verschmelzen. Es sind weniger aufwändige Produktionen als ihre stimmlichen Variationen, die herausstechen. Denn jenseits von stilistischen Kategorien muss Eines gesagt werden: Diese aufstrebende junge Frau ist eine versierte Rapperin, die mit laidback Flows und energetischem Flexen ordentlich Skillz an den Tag legt.

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