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Cazzu

Cazzu

We had to scare them […] They don’t see you as a strong woman anyway, they see you as crazy … So you’re like, ‘OK, fine then, don’t mess with me because I really am crazy.’”

Quelle: Vogue

Ziemlich deutliche Worte, mit denen die Rapperin Cazzu auf ihren Karriereweg in der argentinischen Musiklandschaft zurückblickt. Nach gut fünf Jahren im Game kann sich Cazzu zwar getrost zurücklehnen, gehört sie mittlerweile zu den wichtigsten weiblichen Persönlichkeiten in der sogenannten Trap Argentino-Szene. Doch Julieta Cazzucheli, so ihr bürgerlicher Name, weiß um die Probleme, mit denen sich FLINTA* in der lokalen Szene konfrontiert sehen – beispielsweise der ständige Druck, sich beweisen und im Vergleich zu den Kollegen viel höheren Ansprüchen genügen zu müssen.

My mission is to make people see me as an artist and not as a woman that just makes music […] I want to be able to compete with anyone, and I want all the attention to be focused on the art that we make and not our gender.”

Quelle: People en Español

Ein (feministischer) Anspruch, der sich wie ein roter Faden durch Cazzus Künstlerinnen-Dasein zieht und für das heutige Standing der Rapperin in ihrer Heimat durchaus ausschlaggebend ist.

Aufgewachsen in einem äußerst musikalischen Haushalt – ihr Vater war selbst beruflich als Folklore-Gitarrist aktiv – in einer kleinen Stadt namens Ledesma im Norden Argentiniens, saugte Cazzu schon früh die typische Pop-Musik des Landes, Cumbia, auf. Noch unter dem Namen Juli K, unternahm Julieta um 2012/2013 ihre ersten musikalischen Versuche als Cumbia- und Rock-Sängerin, jedoch mit nur mäßigem Erfolg. Mit dem Umzug in die argentinische Hauptstadt Buenos Aires beschäftigte sich die heute 27-Jährige mehr und mehr mit den dort angesagten Musikstilen und kam über ihre Liebe für Reggaeton-Rhytmen, R&B, Rap und HipHop zur Trap-Musik. 


Nach Veröffentlichung ihres Mixtapes „Maldade$“ (2017), ihres Debütalbums „Error 93“ (2019) sowie zwei EPs im Jahre 2020 gehört Cazzu jedoch nicht nur in Argentinien zu den erfolgreichsten Artists der Latin-Trap-Szene, sondern findet auch international Anerkennung für ihre Arbeit. Nach zahlreichen Nominierungen für Auszeichnungen wie Premios Heat, Premios Juventud, Premios Tu Música, MTV European Music Awards, Premio Lo Nuestro oder die Spotify Awards erschien die Nominierung bei den Latin Grammy Awards 2020 in der Kategorie „Mejor Artista Nuevo“ („Beste/r Necomer/in“) nur die logische Konsequenz gewesen zu sein.

Seit den Releases ihrer ersten Singles „Más“ oder „Killa“ von 2017, fortan unter dem Namen Cazzu, über Kollaborationen mit Khea und Duki für den Song „Loca“ sowie dem späteren daraus resultierenden Remix zusammen mit Bad Bunny bis hin zu jüngeren Veröffentlichungen wie „Lento“ feat. Tainy, Sean Paul und Mozart La Para oder „TURRA“ feat. Alan Gomez: Cazzus Entwicklung als Musikerin, Performerin und insbesondere Rapperin prägen zweifelsohne beeindruckendes Talent und viel Disziplin. Stillstand kommt für Cazzu als Künstlerin wie auch im Privatleben nicht in Frage. Viel eher ist sie daran interessiert, sich immer neuen Herausforderungen zu stellen sowie diese zu bezwingen. Sei es, sich selbst als Musikerin immer weiterentwickeln zu wollen, oder aber das große Vorhaben, die Musikszene diverser zu gestalten und insbesondere mehr FLINTA*-Personen zu ermutigen, ebenfalls musikalisch Fuß zu fassen.

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In diesem Zusammenhang legen wir Euch wärmstens den Song „Las Nenas“ von Cazzu zusammen mit Natti Natasha aus der Dominikanischen Republik, Kolumbiens Farina und Puerto Ricos Newcomerin La Duraca ans Herz. Tatsächlich handelt es sich dabei um die erste Kollaboration von vier Latina-Künstlerinnen in dieser Art und Weise: fe:male Empowerment und Solidarität in Bestform.


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