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Akkogorilla

Akkogorilla

Henrike Ott_Akkogorilla

Ihr erstes Album nannte sie „Tokyo Banana“, auf ihrem Track „Donkey Kong“ sampelte sie den Soundtrack des Super-Nintendo-Spiels Donkey Kong Country und inzwischen ist es auch nicht gerade unüblich, dass Fans zu ihren Konzerten Bananen bringen, um sie während der Show in die Höhe zu halten. Klingt im ersten Moment verrückt, doch Akkogorilla tut weit mehr, als über Affen zu rappen. In erster Linie hinterfragt die Japanerin immer wieder, was eigentlich Normalität bedeutet, und setzt sich entschlossen für weibliche Selbstbestimmung und das Aufbrechen von Geschlechterrollen ein.

Akkogorilla (あっこゴリラ), geboren 1988 in Tokyo, entdeckte Hiphop bereits im Alter von zehn Jahren für sich. Gruppen wie RIP SLYME und Kick the Can Crew inspirierten sie schnell dazu, eigene Texte zu schreiben. Was ihr schon damals gefiel, war das Ausprobieren verschiedener Rhythmen und Reimtechniken, vor anderen Leuten rappen wollte sie jedoch nicht. Parallel zu ihrer Tätigkeit als Radio- und TV-Reporterin wurde sie stattdessen 2011 Drummerin der weiblichen Pop-Rock-Band Happy Birthday und nannte sich dort Akko (あっこ), eine Abwandlung ihres Nachnamens Akiko. Vier Jahre blieb Happy Birthday bestehen, bis sie sich auflösten. Doch Akko hatte Gefallen an Liveperformances und dem Dasein als Musikerin gefunden. Sie beschloss, als Solorapperin weiterzumachen und hing an ihren Künstlerinnennamen das Wort Gorilla (ゴリラ), da sie seit Kindestagen davon fasziniert war, wie Gorillas durch Rhythmen miteinander kommunizieren. Mit ihrem neuen Namen baute sie sich ein komplett eigenes Image auf, mit dem sie sich schon nach kurzer Zeit einen Namen in der japanischen Battlerap-Szene machen konnte. Ihren größten Erfolg konnte sie im Januar 2017 verzeichnen, als sie das erste japanische Battle für Frauen, das Cinderella MCBattle, gewann. Parallel zu den Battles, aber auch danach veröffentlichte sie nahezu ununterbrochen Alben und EPs.

Normalität zu definieren ist eine Herausforderung, der Akkogorilla sich selbst in ihren Releases immer wieder annimmt. So hinterfragt sie auf ihren Songs Gender-Stereotypen und spricht sich für weibliche Selbstbestimmung aus, beispielsweise auf ihrem Song „GRRRLISM„. Position zu beziehen ist ihr laut eigener Aussage wichtig, wie man auch ihren sich wiederholenden feministischen Statements entnehmen kann: „Feminismus ist kein Gedanke, sondern eine Art zu denken“.

Neben der Musik war sie auch Teil des #NoBagForMe-Projektes, bei dem es um die Verfügbarkeit weiblicher Hygieneartikel ging. An der Rikkyo Universität unterrichtete sie „Gender-Theorie in zeitgenössischen kulturellen Aktivitäten“. Und weil ihr das noch nicht zu reichen schien, startete sie erst dieses Jahr ihr neustes Projekt: Im Juli 2020 gründete Akkogorilla die Zoomgals. Gemeinsam mit Valknee, Tajima Haruko, Namichie, ASOBOiSM und Marukido veröffentlichte die Crew ihren ersten Song und kündigt Großes für die nächste Zeit an.

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