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Bella Diablo

Bella Diablo

Mit einer Mischung aus hochdeutsch, Linzer Slang und ihrer Muttersprache Vietnamesisch sind Bella Diablos Texte genauso vielfältig wie die aus Oberösterreich stammende Rapperin selbst. Schon immer ließ sie sich von einer ganzen Bandbreite verschiedener Künstler:innen und Genres inspirieren, bis sie in den letzten Jahren endgültig den Sound fand, in dem sie sich heimisch fühlt. Einem Rap-Subgenre zuordnen will sie sich trotzdem nicht, denn „meine Projekte sind genauso facettenreich wie mein Musikgeschmack“.

Bereits mit 14 Jahren wagt Bella Diablo sich erstmals auf eine Open Mic Bühne – als eine von damals nicht allzu vielen österreichischen Rapperinnen. Abschrecken konnte sie das jedoch nie, immer wieder trieb sie sich auf verschiedenen Jams im Land herum und sammelte so viel Bühnenerfahrung wie möglich. Welche Art von Rap sie damals inspirierte, ist eindeutig, denn mit Lauryn Hill, 2pac, Busta Rhymes, Torch und Kool Savas war Bella schon früh Fan von den großen Namen der Szene. Nachdem Rap für sie lange Zeit der einzige Weg war, entwickelte sie später aber auch Liebe für diverse Genres, angefangen bei Dancehall über Reggae bis hin zu Jazz und Funk. Aktuell bezeichnet sie unter anderem Stormzy, Lady Leshurr, Bad Bunny und Ama Lou als ihre größten Inspirationen und macht damit deutlich, dass sie sich von sämtlichen Genregrenzen frei gemacht hat.

Wie auch bei anderen österreichischen Rapper*innen, die auf 365FemaleMCs portraitiert wurden, erweist Linz sich in der Geschichte von Bella Diablo erneut als die österreichische Rap-Metropole. Durch ihren Umzug dorthin im Jahr 2007 knüpfte sie laut eigener Aussage bis heute anhaltende Bekanntschaften und Freundschaften, die in ihrer musikalischen Karriere zentrale Stellenwerte einnehmen. Neben dem Kontakt zu befreundeten Künstler:innen wie Snessia oder KS Kopfsache lernte sie hier vor allen Dingen Produzent Def Ill kennen, welcher ihr bis heute bei ihren Produktionen zur Seite steht und unter anderem auch ihr Debütalbum „Smokeahontas“ produzierte.

So facettenreich wie Bella Diablos Musikgeschmack und Auswahl an inspirierenden Künstler:innen scheint die Österreicherin übrigens auch in anderen Lebensbereichen zu sein. Neben dem Rappen brachte sie sich beispielsweise 2019 autodidaktisch das Saxophon spielen bei und auch ihre Liebe für Sneaker und den Kraftsport spielt eine bedeutende Rolle in ihrem Leben. Einen besonderen Fokus legt sie auf all die Tätigkeiten, die sie geistig wachsen lassen, wie Yoga oder die Beschäftigung mit Astrologie. Die Musik selbst zählt in ihrem Leben jedoch ebenso zu den Dingen, die sie mental fördern, denn in erster Linie hat ihre Kunst auf sie eine therapeutische Wirkung und hilft ihr dabei, sich selbst zu reflektieren und zu entfalten. Dabei denkt sie nicht nur an sich: „Das Schönste am Tracks kreieren ist für mich, wenn ich es schaffe, eine Message, einen Vibe, einen Gemütszustand zu vermitteln, eine Emotion auszulösen oder wenn jemand sich durch meine Werke in einer eigenen Lebenssituation wiedererkennt.“

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So beeinträchtigend die Lage 2020 auch war, besonders in Österreich mit mehreren Lockdowns, ließ Bella Diablo sich zu keiner Zeit von ihrer Leidenschaft abhalten. Während verschiedener Phasen entstand so unter anderem das Mixtape „KLITTAPE – Straight aus der Lescoast“, welches bis auf zwei Ausnahmen vollständig gefreestyled wurde. Außerdem veröffentlichte sie die Free EP „Bellas beruhigende Bars“ als Vorgeschmack auf ihr zweites Album „Bella ballert Bullets“, welches uns wohlmöglich 2021 erwartet. Offiziell angekündigt für nächstes Jahr sind nur vage Releases gemeinsam mit ihrem Label C.O.C. (Cabinet of curiosities), über die sie derzeit noch nichts Weiteres verraten möchte. Es bleibt also abzuwarten, was genau als nächstes von ihr zu hören sein wird, denn so eindeutig ist das bei ihrer Vielfältigkeit ganz gewiss nie vorherzusagen.

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