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Deetranada

Deetranada

Sie ist gerade einmal 19 Jahre jung und bereits eine der vielversprechendsten und aufregendsten Nachwuchsstimmen in Baltimores Rap-Szene. Dabei blickt die heutige Künstlerin bereits auf mehr als sechs Jahre Erfahrungen im Rap zurück. Tatsächlich veröffentlichte Diamond Barmer, besser bekannt unter ihrem Künstlerinnennamen Deetranada, bereits im zarten Alter von gerade einmal 13 Jahren ihre ersten Freestyle-Videos auf YouTube. Schon früh erkannte sie selbstbewusst ihr Talent für Rap-Musik und steckte all ihre freie Zeit in die Perfektionierung ihrer Writing- und Rap-Skillz – mit Erfolg, wie man rückblickend anerkennen muss.

I knew I had a gift with words when I started getting in trouble for speaking my mind without being disrespectful or explicit, but simply for the fact I was speaking the truth that a certain group of people didn’t want to hear. That’s when I realized that rapping was what I wanted to do.”1

Eine Einstellung, die Deetranada auch in ihrem Song „ATTITUDE!“ feat. StarrZ (2020) thematisiert und damit – entgegen ihres Künstlerinnennamens – weniger mit Bescheidenheit als viel eher mit einem krassen Selbstbewusstsein in Erscheinung tritt. Deetranada ist nämlich die Kurzform für „Dee transformed from nada“, also „Dee, die aus dem Nichts erschaffene“. Ein wenig dramatisch und düster und gleichzeitig auch tiefgängig und expressiv – ganz so wie sich die junge Künstlerin nun mal präsentiert.
Dabei ist das Erfrischende an Deetranadas Musik und Performances die Leichtigkeit und insbesondere der Spaß, mit dem die MC ans Werk geht: Stets ist sie darauf bedacht, ihre eigenen künstlerischen Fähigkeiten immer weiter zu pushen. Doch Musik machen stellt keineswegs einfach nur einen netten Zeitvertreib für Deetranada dar, sondern ist von viel essenziellerer Bedeutung, wie sie selbst betont:

Music is my outlet for my emotions, which is why I take my craft so seriously. Battling depression and anxiety I had to teach myself how to express myself fearlessly and continue to be myself unapologetically, regardless of what anybody else may say or feel.”2

Diese Art von Tiefgang und Reflektionsvermögen würde man nicht unbedingt von einem so jungen Menschen erwarten. Aber Deetranada wäre nicht Deetranada, hätte sie in den letzten Jahren nicht schon mehrfach bewiesen, dass Erwartungshaltungen für sie da sind, um vor allem gesprengt zu werden.
Nach den Uploads ihrer Freestyle-Videos auf Social Media um 2013/2014 herum, schaffte es die Teenagerin nicht nur die Aufmerksamkeit von mehr und mehr Fans auf sich zu ziehen, sondern auch von Musiker, Produzent und Labelchef Jermaine Dupri. Dieser ist nicht nur für seine Arbeit mit zahlreichen R&B-Künster:innen wie Mariah CareyUsher oder Monica bekannt, sondern auch für seine TV-Realityshow „The Rap Game“. Seit 2016 sucht JD jährlich in dem Reality-Wettbewerb unter zahlreichen Teenagern den nächsten Rap-Nachwuchsstar. Und wie sollte es anders sein: 2017 nahm Deetranada an der dritten Staffel der Show teil und belegte den zweiten Platz. Glücklicherweise können wir uns dank des Internets heute noch ihre beeindruckenden Performances während der Show anschauen – Deetranada war zu dem Zeitpunkt wohl gemerkt gerade einmal 16 Jahre jung!

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Kein Zweifel also, dass Deetranada über kurz oder lang sowieso die Aufmerksamkeit erhalten hätte, die dieses Talent verdient hat. Dennoch war es die Showteilnahme, die ihr den letzten nötigen Push bescherte. Im Juli 2017 veröffentlichte sie ihr erstes Mixtape „adolescence swim“ mit insgesamt zehn Tracks und Bangern wie „Want“ oder „Fulltimesavage“. Ein halbes Jahr später legte sie bereits die EP „A Bunch of Nada“ nach, 2019 dann ihr Debütalbum „DeeVsEverybody!“ – und Deetranadas Output nimmt seitdem kein Ende. Sei es in Singles wie „VS EVERYBODY!“ (feat. Gucci Rock), „HIGHS AND lows!“ oder in einem Freestyle wie bei Bars On I-95: Deetranadas musikalische Handschrift ist geprägt von komplexen Rhymes, heftigen Punchlines und, wie bereits erwähnt, der spürbaren Freude am Rappen.

Gönnt Euch diese junge MC! Zweifelsohne können sich manch andere Artists musikalisch, inhaltlich wie auch performancetechnisch noch die ein oder andere Scheibe abschneiden.

1 Quelle: BmoreArt
2 Quelle: Spotify

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