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Imenella

Imenella

Egal ob Tanz, Gesang oder Rap – Imenella lebt für die Musik. Ihre Mutter ist die somalische Sängerin Xabiba Wanaag, die sie schon früh lehrte, dass alles möglich ist, solange du es liebst und dafür kämpft. Diese Lebenseinstellung ermutigt Imenella, sich für eine professionelle und sehr erfolgreiche Tanzkarriere zu entscheiden. Die erschließt ihr ganz neue Wege und lässt sie zu einer der bekannten Rap-Künstler:innen Schwedens werden.

Als professionelle Tänzerin und Mitglied der feministischen Dancehall-Gruppe Unruly sammelte Imenella aka Imen Kalsan Mohamed neben Bühnenerfahrung ihre ersten Eindrücke im Musikbusiness. Aus ihrer Liebe zum Tanz erwächst bald ein weiteres Talent, das sie mit der Musik verbindet. Obwohl sie als Songwriterin angefangen hat, erkennen ihre Freund:innen Imenellas Rap-Talent, mit dem sie definitiv auf die Bühne gehört. Im Rap bieten sich Imenella neue Möglichkeiten, ihre eigene Geschichte und die Geschichten von jungen Frauen zu erzählen, die im Mainstream eher unterrepräsentiert bleiben. Als Woman of Color will sie die mangelnde Repräsentation von Black Women und Women of Color daher sowohl in der Tanzwelt als auch in der Rapwelt verändern.

Bis ich vielleicht 25 war, hatte ich Selbsthass. Zum Beispiel hatte ich mein ganzes Leben lang zu Britney Spears aufgeschaut, sie war mein Idol. Aber wenn dieses Menschenbild das einzige ist, das man im Fernsehen oder in Zeitungen sieht, und es das einzige ist, das als ‚nett‘ hervorgehoben wird – dann ist es klar, dass man sich als junges Mädchen schlecht fühlt.“

Via @Göteborgs-Post

Mit dem Tanzen stellt Imenella den Anspruch an sich selbst, dass ihre Musik sich immer weiterentwickelt und neue Räume für andere Narrative, neue Vorbilder und für female Empowerment schafft. Gleiches gilt für ihre Debüt-Single. Deren Titel „Chagga“ ist ein Wort in Wolof, das so viel wie „Hure“ oder „Prostituierte“ meint und eher gegen Frauen ausgesprochen wird. In ihrem Track verschiebt Imenella die Macht des Wortes, indem sie es nutzt, um männliche „Fuckboys“ zu beschreiben. So verleiht sie dem Wort eine geschlechtsneutrale Bedeutung. Neben der Single startet Imenella den Hashtag #chaggastories, unter dem sie auf YouTube mehrere Videos veröffentlicht, in denen junge Frauen unangenehme Erfahrungen mit Männern teilen. Ihr Hashtag soll unter den Betroffenen mehr Solidarität und Selbstbewusstsein schaffen.

Ich möchte nicht, dass jüngere Mädchen herumlaufen, ‚Chagga‘ genannt werden und sich schlecht fühlen. Mobbing ist heute etwas völlig anderes als in meiner Jugend. Social Media bedeutet, dass eine ganze Stadt wissen kann, wer man ist. Mädchen nehmen sich das Leben, fühlen sich schlecht, verletzten sich – ’nur‘ weil Jungs sie ‚Huren‘ nennen. Und ich denke, das ist so verdammt krank.“

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Via @Göteborgs-Post

2019 veröffentlicht Imenella ihre Debüt-EP „TRO“, deren Titel übersetzt das gleiche bedeutete wie ihr Name: Glaube. Bei dieser EP ging es ihr sowohl um den Glauben an sich selbst als auch daran, neue Bewegungen anzustoßen und neue Positionen einzunehmen. Mit ihrer Musik will sie uns, ihren Zuhörer:innen, die Welt durch ihre Linsen präsentieren. Darauf freuen wir uns und hören uns bis zu ihrer nächsten Veröffentlichung ihre neueste Single „Ahh Shit“ und ihren Track „Moves“. Auf dem ist sie zusammen mit dem schwedischen Rapper Yasin Byn und ihrer Mutter Xabiba Wanaag zu hören, die im Refrain auf Somali folgendes singt: „Wir tanzen für den Ort, für den wir sterben, und unsere jungen Leute werden unsere Kultur mit Stolz weitergeben.“

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