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Ekloz

Ekloz

Würde man die engsten Vertrauten von Ekloz fragen, welches ihre größte Schwäche ist, so lautete die Top-Antwort vielleicht „Musik“. Oft konzentriert sich Ekloz einfach zu sehr darauf und vergisst alles andere. Man könnte meinen, für eine Künstlerin sei dies eine Stärke, doch wenn man zu verbissen ist, verliert die Passion schnell an Leichtigkeit. „Wenn ich zu beharrlich an meinen Produktionen arbeite, ist das vielleicht nicht immer vorteilhaft“, gesteht Ekloz. Als Vorsatz hat sie deshalb gefasst, zukünftig achtsamer gegenüber den Dingen im Leben zu sein, die neben Musik eben auch noch eine Rolle spielen.

Eigentlich heißt Ekloz Héloïse. Héloïse entdeckte ihre Liebe zur Rap-Musik im Alter von 15 Jahren. An ihrer High School in Montpellier in Südfrankreich sah sie ein paar Kids rappen. Das war der Start, selbst heimlich alleine in ihrem Zimmer zu rappen und Texte zu schreiben. Seither entwickelt sie ihren eigenen Style stetig weiter. „Mit jedem neuen Song habe ich den Eindruck, wieder einen neuen eigenen Vibe zu kreieren“, beschreibt sie, und will ihr musikalisches Universum nicht weiter definieren. In ihren Texten will sie ihre Wahrnehmung der Welt als heute 20-jährige Frau widerspiegeln. Klar geht es auch um Liebe. Manchmal geht es auch um Herzschmerz. Ihr Leben und ihre Umwelt liefern beim Schreiben eben die erste Inspiration. Was Ekloz dabei wirklich wichtig ist? So viel Positivität und Freundlichkeit wie möglich in ihre Texte zu packen. Zu klagen oder in Selbstmitleid zu versinken, wäre einfach nicht ihr Stil, auch wenn das Leben einmal nicht so läuft, wie sie es sich wünschen würde.

Der Vibe ihrer Tracks hängt demnach stark von ihrer Gemütslage ab. „Oft schreibe ich über ein bestimmtes Thema, aber plötzlich langweilt mich das. Dann werfe ich alles ohne viel Reflexion über den Haufen. Ich möchte Dinge ansprechen, die mich in der Gesellschaft und in sozialen Beziehungen stören. Themen, die mich beschäftigen. Welche Themen das am Ende sind, hängt von vielen Faktoren ab. Aber mein Leben ist immer die Hauptquelle, die mich zum Texten inspiriert.“ Neben ihrem eigenen Leben und ihren eigenen Geschichten inspirieren sie aber auch „Macher“. Was genau einen „Macher“ ausmacht? „Menschen, die Dinge ausprobieren und Initiativen ergreifen. Das inspirieren mich so sehr“, erklärt sie.

An Inspiration sollte es Ekloz nicht fehlen, zum Glück ist sie umgeben von vielen „Machern“. „Machern“ wie Petitcopek und Julaï zum Beispiel. Beides Künstler, die mehr als nur Kollegen, sondern Freunde sind und mit denen sie immer wieder gerne zusammenarbeitet. Neben Kooperationen mit der eigenen Crew will sie aber auch mit vielen unterschiedlichen Menschen zusammenarbeiten, um sich selbst möglichst vielfältig zu entwickeln. „So lange ich Dinge lerne, die künstlerisch Sinn ergeben und irgendwie intelligent sind, bin ich an jeder Art von Zusammenarbeit interessiert.“ So offen wie ihre Einstellung ist auch ihr Musikgeschmack. Natürlich hört Ekloz privat viel Rap-Musik auf Französisch, Englisch und Italienisch, aber auch anderen Genres steht sie nicht abgeneigt gegenüber. So findet man in ihrer privaten Playlist auch viel Dancehall und Techno.

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Kürzlich erschien ihre EP „Resilience“, und fleißig, wie Ekloz ist, arbeitet sie bereits am Nachfolger. Weshalb sie bei dem Output nicht einmal ein Debütalbum raushaut? „Für mich braucht ein Album eine echte Reflexion, ein tragendes Thema. Ich habe das bis heute nicht gefunden und bin gerade nicht bereit, diese Reflexionsarbeit auf Knopfdruck zu leisten. Das ist aber nur meine aktuelle Meinung zum Debütalbumthema und die sieht vielleicht schon nächsten Monat ganz anders aus.“

Debütalbum hin, Debütalbum her: An neuen Songs wird es den Fans nicht mangeln, neue Tracks warten bereits auf ihre Veröffentlichung. Die Wartezeit wird Ekloz sogar noch mit einem weiteren Videoclip verkürzen. Sie macht damit deutlich: Diese Frau bremst nicht.

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