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Miss C-Line

Miss C-Line

Zufall oder doch Vorbestimmung? – Wir wissen es nicht!
Sicher ist allerdings, dass wir bei der Redaktionssitzung zur Auswahl der Oktober-Portraits für 365 Female* MCs nicht wissen konnten, dass Miss C-Line nur wenige Wochen später die Veröffentlichung ihres neuen Albums „surreal“ für den heutigen Tag ankündigen wird. Umso mehr freuen wir uns darüber, Euch heute nicht nur diese Ausnahmekünstlerin vorstellen zu dürfen, sondern zugleich auch eine klare Hörempfehlung mitliefern zu können – der Teaser zur Platte lässt auf jeden Fall schon erahnen, dass Miss C-Line auch auf „surreal“ wieder in voller Gänze abliefert und dass der Titel in musikalischer Hinsicht Programm zu sein scheint. Nicht ohne Grund wird die 21-Jährige in ihrer Heimat, der Schweiz, als aufsteigender Stern am Rap-Himmel gefeiert.

Carolina Victoria Müller, so Miss C-Lines gebürtiger Name, kommt aus einer durch und durch musikalischen Familie. Ihre Eltern sind beide Berufsmusiker:innen im klassischen Bereich. Sie selbst lernt schon früh, Cello und Klavier zu spielen, nimmt an Wettbewerben teil und entwickelt den Wunsch, selbst später mal als Musikerin tätig sein zu wollen. Ihre Eltern unterstützen sie bei dem Vorhaben, auch wenn recht schnell klar wird, dass Carolina sich weniger in der klassischen Musik sieht und sich viel eher mit Rap und R&B identifiziert. In ihrer Jugend entwickelt sie zudem eine Liebe für Jazz, Soul und Funk – Genres, deren Spuren deutlich in Miss C-Lines eigener Musik zu hören sind, zumal die junge Künstlerin seit einiger Zeit auch Jazz-Gesang in Bern studiert.
Und auch hier kann man sich wieder fragen: Zufall oder Vorbestimmung? – Doch wir wissen auch dies nicht!

In jedem Fall lässt sich festhalten, dass ihr musikalischer Background Miss C-Lines Schaffen zugutekommt. Ihr problemloser Wechsel zwischen Gesangs- und Rap-Parts (z.B. auf „All the time“ oder „Trust“) zeugt von Gespür für und Kontrolle über ihre Stimme. Dazu sorgen die Arrangements und ein sehr charakteristischer Sound dafür, dass Miss C-Line eindeutig aus der Menge der Rap-Schaffenden in der Schweiz heraussticht.

Nach ihrer ersten Platte „The One“ aus dem Jahre 2017 veröffentlichte Miss C-Line im Januar 2019 mit Produzent Darrel ihre Debüt-EP „The Absence“. Vom ersten bis zum letzten Stück ist die Platte ein musikalischer Seelenschmeichler, der die Hörer:innenschaft auf eine musikalische Reise zu den Old-School- und R&B-Sounds der 90er mitnimmt und diese mit Jazz-Elementen sowie einem perfekten Maß an Lo-Fi-Vibes paart. Es sind Songs wie „Blue Love“ oder „Change“, die nicht nur ins Ohr, sondern allem voran unter die Haut gehen, und für die man Miss C-Line einfach nur feiern kann.

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Gefeiert wird die Bernerin auch für ihre Performances beim alljährlichen und größten Rap-Event in der Schweiz, dem Virus Bounce Cypher. Als eine der wenigen teilnehmenden Rapperinnen bei diesem von Männern dominierten Event kommt Miss C-Line schon alleine für diesen Umstand eine wichtige Repräsentantinnenrolle zu. Darüber hinaus liefert sie allerdings auch einfach mal auf ganzer Linie ab, wie bei ihrem 2019er Cypher-Auftritt.

Ganz gleich also, ob sich die Dinge in der Karriere von Miss C-Line in den letzten Jahren durch Zufälle oder doch schicksalshafte Vorbestimmung ereignet haben: Wir feiern diese junge und aufstrebende Künstlerin für ihr musikalisches Talent und sind glücklich, dass die Szene um eine so beeindruckende Stimme reicher geworden ist.

Und nun lasst uns erstmal kollektiv „surreal“ suchten!

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