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Aleesha Rose

Aleesha Rose

In Spanien wird Aleesha Rose längst als Pop-Star gefeiert. Die YouTube-Klick-Millionen prasseln Hand in Hand mit Werbedeals namhafter Mode-Labels wie Desigual nur so auf die erst 21-Jährige ein. Als Rapperin sieht sich die gefragte Newcomerin allerdings nicht – und das ist auch gut so. Auf der Bühne und in der Öffentlichkeit nimmt sie längst die Rolle einer modernen Pop-Diva ein. Ihre Musik treibt zwischen den Ufern R&B und Rap hin und her und lässt sich wohl am besten mit dem Überbegriff Pop kategorisieren. Für Genaueres klingt die Spanierin viel zu variabel und eigen. Dass sie selbst in verschiedenen Interviews stets noch darauf hinweist, sie sei noch immer auf der Suche nach ihrem eigenen Sound, klingt dabei zunächst wie eine krasse Höflichkeitsfloskel. „19:19“, ihr im vergangenen Jahr erschienenes Debüt, kommt dafür viel zu ausgereift und auch zu erwachsen daher. 

Angesichts der Tatsache, dass Aleesha bereits seit frühster Kindheit singt und auch eigene Songs schreibt, erscheint das wenig verwunderlich. Begonnen hat alles an einem Ort, den die meisten Menschen als Party-Paradies kennen: auf der spanischen Insel Ibiza. Als Kind einer Spanierin und eines Indonesiers blickt sie auf eine behütete Kindheit auf der berühmten Insel zurück. Der Hang zum Städtischen treibt Aleesha allerdings schon früh nach London und später in ihre aktuelle Heimat, nach Barcelona. In der selbsternannten Kultur-Hauptstadt Spaniens, in die es Aleesha mit grade einmal 18 Jahren verschlägt, blüht die Sängerin regelrecht auf und findet endlich die industrielle Infrastruktur, die sie braucht, um ihre Kreativität in die Welt zu katalysieren. 

In Barcelona schlägt Aleesha bereits mit Rückenwind auf. Unter dem Alias Baby Uzi hatte sie einige Cover-Songs, aber auch eigene Nummern auf YouTube geladen und damit einen kleinen Internet-Hype ausgelöst. Da ihr der wilde Trap-Ansatz dieser Zeit allerdings zu aufgezwungen erschien, drückte sie noch einmal Reset. In unserer schnelllebigen Zeit ist es gewiss kein einfacher Schritt, die hart erarbeiteten ersten Internet-Erfolge einfach so mit einem Klick auf den Löschen-Button des eigenen Profils wegzuwerfen. Das zeigt noch einmal, wie viel Wert die junge Spanierin auf einen eigenen und vor allem authentischen Sound legt. 

Also weg mit dem Trap-Pseudonym, her mit eigenem Namen, neuer Identität und neuer Musik. Trotz unterschriftsbereiter Verträgen auf dem Schreibtisch entscheidet sich Aleesha dafür, erst einmal ohne Label an den Start zu gehen. Nach den schlechten Erfahrungen mit ihrem alten Alter-Ego will sie komplett independent bleiben und sich nicht von der Industrie beeinflussen lassen. Rose Records hat sie ihr kleines eigenes Label getauft. Eine richtige Entscheidung, wie der Erfolg ihrer ersten Singles und dem Mixtape „19:19″ zeigen. 2018 und ’19 spielt sie sämtliche großen Festivals in Spanien durch und darf sich aktuell auf einen Slot auf dem prestigeträchtigen US-Import-Festival Rolling Loud im kommenden Jahr freuen. 

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Musikalisch sticht vor allem heraus, wie unbefangen und fast unbemerkt Aleesha vom Spanischen ins Englische wechselt. Aufenthalte in England und den USA machen es möglich. Tatsächlich ist „19:19“ komplett in der Traphauptstadt Atlanta entstanden. Eigentlich ironisch, wenn man bedenkt, dass die neun Songs des Mixtapes schlussendlich die Transformation von der Trap-Queen zur R&B-Diva markieren. Der aktuelle Run an Singles aus diesem Jahr, die hoffentlich bald in einem vollwertigen Release münden, beweist allerdings auch, dass Aleesha ihre Wurzeln in der Rap-Kultur nie vollends aus den Augen verloren hat. Der komplett geflüsterte Track „56“ beweist das wohl am besten. 

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