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TiaCorine

TiaCorine

Bunt, trippy, „kinda like bubble gum“ – mit ihrem „Anime Trap“ entführt TiaCorine in eine andere Welt. Der Vibe ist ruhig, ihr Flow on point. TiaCorine rappt mit einer Gelassenheit und Attitüde, die fast mühelos wirken. Sie liebt Trap, sie liebt Anime, sie ist ein Winston Salem Represent, und genau das spiegelt ihre Musik wider.

Entgegen des Vergleichs mit Kaugummi platzt die Blase um sie herum nicht. Die Debüt-EP „34Corine“ ist ein stimmiges Gesamtkonzept und lässt einen knapp zwanzig Minuten lang die Welt des Anime Traps erkunden. Allein das Cover, auf dem TiaCorine von Blumen umgeben ist, öffnet das Tor in diesen Kosmos. Es folgen acht kurze Songs, die alle dem Stil von TiaCorine gehorchen, aber trotzdem nicht verschiedener ausfallen könnten. Die Beats sind vielseitig, ihre Art zu flowen variiert. Neben Samples aus Animes wie „Sailor Moon“ finden sich explizite Texte über Sex. Das zeigt sich vor allem eins: TiaCorine hat sehr viel zu bieten.

TiaCorine macht schon lange Musik. Bereits in der vierten Klasse verkündete sie, nachdem sie bei einer Talentshow „Happy“ von Ashanti sang, dass sie auf der Bühne stehen und Musikerin werden möchte. Zwar würde sie in der Zukunft gerne einmal die Fühler in Richtung Cartoon-Voiceovers und Modeln strecken, dennoch ist sie im Herzen Rapperin. Der Weg dahin war steinig und voller Hürden. Während TiaCorine Vollzeit arbeitete und dem Uniabschluss immer näher kam, kümmerte sie sich um ihre Tochter und saß abends häufig im Studio. Die Zeit war natürlich prägend, weshalb sie sich manchmal fast wie eine Superheldin fühle.

I don’t give a fuck – I’ll beat a bitch up.

TiaCorine, „Lotto“

Wahrscheinlich erwuchs genau daraus die „Fuck You“-Attitüde, die TiaCorine so besonders macht und ihr hilft, ihren Traum zu realisieren. Eine große Vorbildrolle nahm dabei Nicki Minaj ein, deren Erfolg TiaCorine zeigte, dass auch sie es als Frau im Rap schaffen kann. So saß sie mit Wein, Wasser und Lippenpflegestift im Studio und entwickelte ihren Anime Trap. Durch TikTok bekam sie 2018 endlich die Belohnung für die harte Arbeit: Ihr Song „Lotto“ ging mit der Line „I don’t give a fuck – I’ll beat a bitch up“ viral und TiaCorine wurde von der South Coast Music Group gesignt.

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Egal woran TiaCorine arbeitet, sie tut dies mit sehr viel Ambition und Herzblut. Das gilt genauso für ihre Videos, deren Gestaltung ihr sehr wichtig ist. Mit den Videos möchte die Rapperin Geschichten erzählen und stimmige Gesamtkonzepte kreieren. Die Zuschauenden sollen sehen, was TiaCorine selbst in ihrer Musik sieht. Ganz im bubbly Stil des Anime Traps sind ihre Musikvideos vor allem bunt, gespickt mit Greenscreen-Montagen und strahlen Freude aus.

Wenn man einmal in die Welt des Anime Traps abgetaucht ist, hat man auf jeden Fall eine Impression von TiaCorines Talent bekommen. Die Rapperin wirkt wie eine perfekte Kombination aus Verrücktheit und Fuck You, zwischen Twerking und Anime-Anlehnungen. Da möchte man gar nicht, dass die Kaugummiblase platzt.

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