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ZZ Amparo

ZZ Amparo

Geht es um Rap im deutschsprachigen Raum, neigen wir nicht selten dazu, unser Augenmerk auf die chartrelevantesten und zum Teil auch bekanntesten MCs im Game zu richten. Ergibt Sinn, führt aber manchmal dazu, dass einem die wahren Schätze verborgen bleiben. Doch keine Sorge, für solche Fälle gibt es dann ja die 365 Female* MCs-Redaktion. Et voilà … heute dürfen wir euch die wunderbare ZZ Amparo aus der Schweiz vorstellen.

Auch wir müssen zugeben, dass sie uns zum ersten Mal erst vor gut einem Jahr im Januar 2020 mit ihrer Teilnahme am jährlichen Schweizer Bounce Cypher aufgefallen ist. Unter den 99 angekündigten Künstler:innen zählte ZZ Amparo zu den insgesamt nur neun weiblichen MCs, die vor Ort dabei waren. In diesem Sinne: Massive Shout Out an KT Gorique, Marteena, Miss C-Line, Naomi Lareine, Big Zis, Sophie (von der Chaostruppe), Ivorrie, die Spoken-Word-Künstlerin Fatima Moumouni und sowieso ZZ Amparo.

Auf zwei dopen Beats legte die Newcomerin in gut vier Minuten eine beeindruckende Performance hin und bewies ihre musikalische Bandbreite von unterschiedlichen Gesangs- bis Rap-Styles. Nicht ohne Grund sagte das Schweizer Lyrics Magazin ZZ Amparo bereits 2018 mit folgender Ansage eine rosige Zukunft voraus:

ZZ Amparo flowt wie eine junge Göttin und hat das Potenzial zur Style-Ikone.“

In der Tat kann man die Zürcherin zu einer jungen Generation von fe:male MCs rechnen, die direkt zu Beginn ihrer Karrieren schon mit einem krassen Niveau starten. Davon kann man sich zum Beispiel auf ZZ Amparos allererstem Track „Nikes On My Feet“ überzeugen, der glücklicherweise noch auf YouTube zu finden ist. Sie selbst schreibt in der Beschreibung dazu:

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This was the first rap I ever wrote a few years back on the beat of MacMiller’s ‚Nikes On My Feet‘. I find I’ve grown and improved since then, but this had to be the first song I dropped.“

Darüber hinaus verschwendet ZZ Amparo keinerlei Gedanken an irgendwelche Hater oder Neider, sondern konzentriert sich auf ihr Business. Eine Attitüde, die ZZ Amparo mit ihrer Kollegin Ivorrie teilt. So wundert es auch nicht, dass es bereits mehrfach zur Zusammenarbeit beider Artists gekommen ist, unter anderem auf den eher poppigen Tracks „Kinda True (I Can Relate)“ und „Let It Drop“ von DJ Little Maze sowie auf der Trap-Nummer „Azzul“. Bei letzterem handelt sich um einen Song aus ZZ Amparos EP „Blue“, die sie 2019 droppte. Wie beide Titel schon erahnen lassen, widmet sich ZZ Amparo auf den insgesamt sechs Tracks vom ersten bis zum letzten Beat ihrer „Favourite Colour“: Blau. Klingt im wahrsten Sinne ein wenig eintönig, entpuppt sich aber musikalisch als ein breit gefächertes Debüt mit selbstbewussten Lines und einer durchgängigen Grundstimmung an Coolness („I’m cool“).

Es ist, wie es ist: Die junge Zürcherin mit brasilianischen und schwedischen Wurzeln bringt derzeit einfach einen freshen empowernden Vibe in die Schweizer Rap-Landschaft, den es gebrauchen kann. Wer bis jetzt noch nicht überzeugt ist, der möge sich einfach einmal die Reality-Show Battle Mansion vom Schweizer Sender SRF Virus ansehen, die Ende 2020 erschien. In den sieben Folgen lieferte sich ZZ Amparo an der Seite von Schweizer Rap-Größen wie Pablo Vögtli, Ta’Shan aka Bombay Mami, Ali aus der «041»-Crew, Lil Bruzy, Livio Carlin aka LCone, Mimiks und Luuk einen krassen Schlagabtausch in zahlreichen Rap-Challenges gegeneinander. Mit ein bisschen Übung hört man sich schnell in das Schwiizerdütsch der Teilnehmenden rein – oder einfach deutsche Untertitel an, wen es nicht stört – und ab da ist Battle Mansion nur noch pures Entertainment! Gönnt Euch… aber vergesst dabei nicht, auch ZZ Amparos EP zu pumpen. Die lohnt sich nämlich mindestens genauso!

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