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Carlashnikova

Carlashnikova

„Guck‘, was ich kann, es steckt in meinem Blut“, rappt die deutsche Künstlerin Carlashnikova auf ihrer Single „Shots“ und zeigt damit direkt, was man von ihrer Musik erwarten darf: Selbstbewusstsein, kombiniert mit dopen, groovigen Beats. Die 23-jährige Aachenerin überzeugt mit ihrer toughen Kombination aus Trap und powervoll gerappten Punchlines.

Über ihr musikalisches familiäres Umfeld fand Carla aka Carlashnikova schon früh zur Musik und lernte das Klavier- und Gitarrenspiel. Der Grundstein für ihren heutigen trappigen Sound wurde jedoch vor sieben Jahren gelegt, als ihr Bruder ihr beibrachte, eigene Beats zu produzieren. Aus diesem Grund beschreibt das DIY-Talent das Producing als ihre „erste Leidenschaft“. Die hat sie bis heute beibehalten, die Beats all ihrer Tracks stammen von ihr selbst. Ihre musikalische Reise führte sie durch die unterschiedlichsten Genres von Goa über Drum’n‘Bass bis hin zu Trap.

Was zunächst nur ein Rapbattle unter Freund:innen war, ist seit zwei Jahren viel mehr: In ihren Songs „Chess – Tag Version“ und „Chess – Nacht Version“, die sich allein in der von den Beats vermittelten Stimmung unterscheiden, beschreibt sie dies mit der Zeile „Musik ist alles, was ich brauch‘, man denkt es kaum, aber vor zwei Jahren hätt‘ ich, hätt‘ ich daran nie geglaubt.“

Anhand ihrer Musik, die von Vorbildern wie Schwesta Ewa und Juju, aber auch wie Avril Lavigne inspiriert ist, verarbeitet die junge Künstlerin ihre Gefühle und positive sowie negative Erfahrungen. Das ergibt eine spannende Mischung aus egopushenden Sounds wie in ihrem Track „Schwarzfahren“ und in Melancholie getränkte Zeilen wie in „Nostalgie“. Carlashnikova beschreibt den Klang ihrer ersten EP „Kein Netz“ zum Teil als „trauriges 90s Computerspiel, gemischt mit Trap-Drums“. In ihren Tracks verwirklicht sich die talentierte Rapperin und Producerin, die gerade ihre Ausbildung zur Mediengestalterin für Bild und Ton absolviert, außerdem zu 100 Prozent selbst: „Ich schreibe meine Texte selber, ich mache meine Beats selber, ich nehme mich selber auf, ich bearbeite mich selber und mache den Mix und Master selber. Zudem habe ich alle Musikvideos außer ‚Schwarzfahren‘ selber geschnitten.“

Die an der niederländisch-deutschen Grenze aufgewachsene Künstlerin thematisiert in ihren Tracks neben Cannabis-Konsum und einer Gesellschaft, die sich über Outfits und Marken definiert, ebenfalls die männlich dominierte Rap-Szene:

See Also

Ich rede über Themen, die mich interessieren
Du findest mein Track gut, aber hörst Rap lieber mit Männern
Doch ich hör dir nicht zu
Ich höre grade Salt ’n‘ Pepa
Rapper gibt’s so viele wie Bäume in Wäldern
Rapper gibt’s so viele wie Sand am Meer
Wann wird dieser Sand mal gesiebt
Und die morschen Bäume abgeholzt?“

Diese Lines aus dem Track „CD-ROM“ zeigen, dass sich Carlashnikova nicht einschüchtern lässt und unabhängig von ihren männlichen Konkurrenten ihr eigenes Ding durchzieht. Genau dazu möchte sie auch andere ermutigen: „Scheißt auf Meinungen der anderen. Die Welt kann nicht genug Kunst gebrauchen. Traut euch, anders zu sein.“

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