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Denise Chaila

Denise Chaila

Denise Chaila

Wir haben auf 365 Female* MCs schon so einige Künstlerinnen vorgestellt, deren Namen sich, meistens aufgrund sprachlicher Barrieren, als wahre Zungenbrecher entpuppten. Random Shout outs an dieser Stelle beispielsweise an die isländische Fraktion rund um Reykjavíkurdætur, nach Japan an Sudannayuzuyulli oder in die Staaten an 7xvthegenius. In diesem Zusammenhang scheint der Name der irländischen Künstlerin Denise Chaila geradezu kinderleicht über die Lippen zu gehen. Anscheinend gilt das jedoch nicht für uns alle. Oder wie sonst sollen wir uns erklären, dass Denise Chaila sich genötigt fühlte, der Aussprache ihres Namens im vergangenen Jahr sogar den ganzen Song „C H A I L A“ zu widmen?

My name’s not that hard to pronounce
Pre-K, it’s not profound
C-H-A-I-L-A
Sound the words out

[Hook]
It’s not Chillay
It’s not Chilala
Not a hard pill to swalla
Chai-li or Chalia
Chia, Chilla, Dilla
That’s not my name
Say my name“

Zugegebenermaßen wollen wir uns gar nicht beschweren: Zum einen geht die Hook des Tracks direkt ins Ohr und brennt sich dort ein. Zum anderen legte Denise Chaila mit der Live-Performances dieses Songs in der irischen National Galerie in Dublin aber auch eine der ästhetischsten Auftritte des vergangenen Jahres hin. Nicht zu vergessen auch die mitreißende Performance von „Man Like Me“ feat. God Knows in selbiger Location.

In der Tat hat die Irin mit Wurzeln in Sambia im vergangenen Jahr eine gewaltige Entwicklung hingelegt: Nachdem die Rapperin, Spoken Word-Künstlerin und Musikerin im Januar 2019 ihre Debüt-EP „Duel Citizenship“ veröffentlichte – wohl bemerkt mit gerade einmal zwei Tracks -, deuteten sich auf der Platte bereits die künstlerische Dimension und das Potenzial von Denise Chaila an. Dabei ist die EP vor allem Ausdruck eines intensiven Prozesses der Identitätsfindung dieser jungen Künstlerin, sowohl die sambische als auch irische Kultur und Geschichte in sich zu vereinen („Where are you from, originally? / Where are you from? Originally? / See, our souls are composed of borders / And all of lines that we have crossed that tangle / Are wires when we speak […]“). Denise Chaila sieht keinen Widerspruch darin, sich zu beiden Kulturen gleichermaßen zugehörig zu fühlen. Im Gegenteil, sie versteht es viel eher als Chance, die Welt und ihr Leben multi-perspektivisch zu betrachten und zugleich die Kontrolle über sich selbst und ihre Identität als irisch-sambische Künstlerin zurückzugewinnen.

Generell lässt sich Denise Chaila nicht gern diktieren, wer oder was sie sei beziehungsweise sein könne. Viel eher macht sie die Ansagen. So auch auf den ersten Singleauskopplungen „Holy Grail“ und „Anseo“ aus ihrem im Oktober 2020 erschienenen Debütalbum „Go Bravely“. Je nach Stimmung, beschreibt sie sich in „Anseo“ (Irisch für „hier“) mal als „black James Bond“, „Sailor Moon remixed by Fela“ oder stellt klar: „I am not a queen, I’m a Pharoah“. Passend abenteuerlich und abwechslungsreich gestaltet sich im Übrigen auch das dazugehörige Video zur Single.

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Es verwundert uns jedenfalls keineswegs, dass Denise Chaila beim irischen RTÉ Choice Music Prize sowohl in der Kategorie „Irish Song of the Year“ als auch „Irish Album of the Year 2020“ nominiert war und letztere Trophäe vor wenigen Wochen dann auch abräumte. Denise Chaila, nicht Chaili oder Chilala, ein Rising Star am irischen Rap-(Musik-)Himmel, merkt Euch diesen Namen!

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