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Lady G

Lady G

Lady G ist personifiziertes female* Empowerment. Mit selbstbewussten Ansagen an die männlich dominierte Musikszene macht das jamaikanische Dancehall- und Reggae-Urgestein bereits in den 80iger Jahren mit Kritik am gesellschaftlichen Status-Quo auf sich aufmerksam. Den Durchbruch schafft Lady G mit „Nuff Respect“ aus dem Jahr 1988. Einem Song, der sich mit weiblichen Kämpfen im Privatleben, auf der Straße wie auch auf der Bühne auseinandersetzt und musikalisch manifestiert, was Frauen weltweit immer vehementer einfordern: Nuff Respect (Enough Respect). Die Thematisierung von mangelnder Anerkennung und Chancen für weibliche Künstler:innen, zieht sich bis heute durch ihre Karriere. Immer wieder spricht die 52-Jährige Ungerechtigkeiten an und verarbeitet diese in ihrer Musik. So sagt sie im Zuge ihres viel beachteten Auftritts am Rebel Salute-Festival 2020:

„I want to see more females on the stage because unlike the ’80s and ’90s, there are more of us dominating and making our presence felt […] so promoters need fi check themselves.“

Lady G zählt neben Tanya Stephens und Lady Saw lange zu den wenigen weiblichen Dancehall-Künstler:innen Jamaikas und gilt als Vorbild und Wegbereiterin für die über die Jahre immer zahlreicher werdenden female Deejays. Hier wird sie nicht müde, sich über die neue Generation zu freuen und diese stets zu ermutigen. Im Gegensatz zu einigen ihren Mitstreiter:innen sind ihr mittlerweile Beef und Streitigkeiten fremd.

„Me a talk to the females straight up, we need to stop this crab-in-a-barrel thing and we need to stop this catfight. […] We need to unite, we need to put out some good music […].“

Obwohl Lady G auch im deutschsprachigen Raum mehrfach auf den Bühnen der Reggae-Festivals stand, ist sie den großen Massen hierzulande eher weniger bekannt. Neben dem 1999 erschienenen „Man A Bad Man“ könnte „Girls Like Us“, ein Feature auf der 2000 veröffentlichten Single der britischen Garage-Formation B-15 Project, bei manchen Erinnerungen wecken.

Bis heute produziert die dreifache Mutter unermüdlich Output. Die 2019 veröffentliche EP „Smile“ fügt sich stimmig in ihre bisherige Musikbiographie: eingängige Reggae-Rhythmen und Gesang – meist auf Patois – der zwischen sanften Melodien und drückenden Flows variiert. Ihr jüngstes Machwerk jedoch, die Single „Mi Love Phone“, hebt sich hier etwas ab. Diese erscheint rougher und wirkt wegen elektronischer Stilelemente und Synthie-Einsatz moderner und zeitgenössischer.

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Lady Gs Einfluss in der female* Dancehall-Landschaft ist absolut nicht zu verkennen und wird in flammenden Plädoyers immer wieder hochgehalten. Wer bisher noch nichts von ihr mitbekommen hat, ist herzlich eingeladen, sich reinzuhören. Hier sind neben der Musik auch ihre energischen Live-Auftritte oder sympathischen und sehr lustigen Interviews zu empfehlen.

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