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Yeva

Yeva

Sucht man im Internet auf eigene Faust nach der Künstlerin Yeva, so findet man auf ihren beiden Instagram-Accounts überwiegend kleine Videos, in denen sie kurze Texte vorträgt oder eine winzige Songskizze präsentiert. Unter dem ersten Video auf Instagram, das den Anschein eines „richtigen“ Songs erweckte, stellte sie direkt klar, dass dieser Song niemals veröffentlicht werden würde. Und auch wenn uns dieser Ohrwurm bis heute nicht als vollständiger Track präsentiert wird, hatte das Warten am 11.10.2020 mit dem YouTube-Release der Single „Kopflos wie Nike“ endlich ein Ende.

Die erst 19 Jahre alte Musikerin stammt ursprünglich aus Rasskosowo, Russland. Im Alter von drei Jahren zog es ihre Familie nach Deutschland, inzwischen lebt sie in Stuttgart. Nachdem sie ein soziales Jahr absolvierte, studiert sie nun im Gestaltungs-, Kunst- und Medienbereich. Seit mehreren Jahren ist sie zudem als Model tätig, in erster Linie aber als Hobby und nicht aus kommerziellen Gründen. Bei ihren Shootings handelt es sich größtenteils um rein künstlerische Shootings mit dem Ziel, durch die Bilder etwas zu vermitteln anstatt einfach nur sich selbst zu präsentieren.

Die ersten Gesangserfahrungen machte sie bereits in der Mittelstufe als Teil eines Chors. Schnell wurden aus dem Chor und selbst verfassten Gedichten Rap und Gesang, angestoßen durch Freestyle-Sessions mit Freund:innen. Inspiriert wird sie dabei nach eigener Aussage schon immer von Lana Del Ray, deren Videos sie besonders ästhetisch beeindrucken. Während sie zunächst begann im Homestudio zu produzieren, kann sie inzwischen dankbar behaupten, mit der Hilfe verschiedener Produzent:innen in deutlich professionelleren Umständen arbeiten zu können. Während sie in ihrer Anfangszeit auf Englisch schrieb, entschied sie sich erst 2019 dazu, zukünftig auf Deutsch zu texten.

Auch wenn es abgesehen von ihren Social-Media-Profilen bis zu diesem Zeitpunkt keine Hinweise auf ihre musikalische Tätigkeit gab, konnte sie trotzdem erste kleine Erfolge verzeichnen. So moderierte sie das erste Mal eine Jam-Session, an der sie auch selbst gesanglich teilnahm. Anschließend begann sie, Gesangsunterricht zu nehmen. Bislang überließ sie die Produktion der Songs verschiedenen Produzent:innen; derzeit übt sie sich jedoch im Studio ihrer Universität auch an der Kreation von eigenen Beats. Ihre Skizzen und Ideen veröffentlicht sie überwiegend auf einem separaten Instagram-Account, getrennt von ihrem Main-Content. Dazu sagt sie: „Ich habe das Gefühl, dass sobald man eine Schiene in der Musikbranche bedient, dass man diese auch fahren muss und dazu bin ich gerade noch nicht bereit. Durch meinen Zweitaccount bin ich viel am Experimentieren und Spüren: Was fühlt sich gut an beim Veröffentlichen und was hätte ich lieber anders gemacht.“ An den künftigen Projekten möchte sie im Gegensatz zu dem Instagram-Content mit mehr Tiefsinn arbeiten und die Musik vor allen Dingen in einen umfassenden künstlerischen Kontext setzen.

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Im Interview erzählt Yeva, was es für sie bedeutet, Musik zu erschaffen und wie sie ihre eigenen Ansprüche an sich selbst formuliert: „Ich mache Musik, weil es meine Leidenschaft ist, einen Kontext zu erschaffen: Melodisch, inhaltlich und letzlich auch visuell. Ebenso ist Musik mein Mittel zum Ausdruck meiner Emotionen und zum Kreieren eines ganzen Vibes, der die Menschen dazu einlädt, sich diesem Gefühl hinzugeben und einzutauchen. Ich möchte zeigen, dass ein Individiuum wie du und ich in dieser Welt sehr wohl wichtig ist, dass unsere Grenzen nur in unserem Kopf existieren.“ Außerdem sei es ihr besonders wichtig, sich für Frauen und Gleichberechtigung einzusetzen. Musik machen zu dürfen und selbst zu entscheiden, wie sich sich inszenieren möchte, nimmt sie nicht als selbstverständlich wahr, betrachtet man die Frauenrechte der letzten Jahrzehnte. „Falls ich jemals Reichweite generieren sollte, dann möchte ich meine Energie auch auf jeden Fall [für die Gleichberechtigung von Frauen] einsetzen“.

In der nun releasten Single „Kopflos wie Nike“ zeigt sich der künstlerische Anspruch der jungen Sängerin deutlich. Mit verschiedenen Setdesignes, die Yeva selbst erarbeitete, und einem großen Team hinter ihr, macht sie neugierig auf künftige Releases. Allein in den ersten dreieinhalb Minuten, die wir nun offiziell von Yeva zu sehen bekommen, überrascht sie mit verschiedenen Flows, von leichten Gesangsparts bis zu Rapverses und lässt somit in gewisser Art und Weise auch offen, in welche Richtung sie sich weiterentwickeln wird. Die Entscheidung, den Song nur auf YouTube zu veröffentlichen, traf sie bewusst. In ihren Augen funktioniert der Track nur visuell unterstützt, da der Sound sich immer wieder entsprechend der Darstellung verändert. Für den Frühling 2021 erwartet uns erstmals ein größeres Projekt, über das an dieser Stelle allerdings noch geschwiegen wird.

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