Mirco Leier

Hätte mir vor zehn Jahren jemand gesagt, dass ich mit 23 (frei-)beruflich über Hip Hop schreibe, hätte mein damaliges Emo-Ich wahrscheinlich Tränen gelacht. Aber wie es das Schicksal so will, hab ich seitdem meine Slipknot-Poster von der Wand gerissen und meine verschwitzte Kutte gegen ein paar (sinnbildliche) Baggies ausgetauscht. Die Einstiegsdroge hieß Slim Shady. Von da an ging’s dann ganz schnell. Outkast, Lauryn Hill, Three 6 Mafia, Missy Elliott: Alles was ich im Internet entdeckte, oder auf Flohmärkten zu greifen bekam, landete auf dem Plattenteller. Parallel dazu brach ich mein Kulturanthropologie-Studium ab, packte meine sieben Sachen und entschied mich, meine Leidenschaft zum Beruf zu machen. Nach zahlreichen Praktika, landete ich beim Radio, wo ich aktuell mein Volontariat als Musikredakteur absolviere. Das Schreiben, das ich schon als kleines Kind für mich entdeckte, gab ich allerdings nie auf. Laut.de gab mir erstmals die Möglichkeit meine Hirngespinste in die weite Welt hinauszutragen. Seitdem bin ich bemüht, diesen Hirngespinsten eine noch größere Plattform zu geben. 365 Female* MCs erlaubt mir nicht nur genau das, sondern ermöglicht mir auch meinen musikalischen Horizont zu erweitern und euch davon zu überzeugen, dass Hip Hop keine heteronormative Salami-Party ist. Ich sag’s mit Janelle Monáe: “Mansplaining, I fold ‘em like origami / What’s a wave baby? This a tsunami / For the culture, I kamikaze. I put my life on a life line. If she the GOAT, now would anybody doubt it? / Do anybody got it? I say anybody got it!.

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